Spielbericht 4. Mannschaft 5. Runde der BMM 2025/ 26
In dieser fünften Runde der BMM stand unsere Nachwuchsmannschaft mal wieder vor einer großen Herausforderung. Gerade frisch aufgestiegen bestand das – durchaus ambitionierte – Ziel für die Saison eigentlich darin, den Klassenerhalt zu schaffen. Doch nach einigen genauso überraschenden wie hart erkämpften Erfolgen findet sich die Mannschaft nun im vorderen Feld der Mitbewerber wieder und kann potenziell sogar um den Aufstieg mitkämpfen.
Doch in dieser Runde stand ein weiterer schwerer Gegner auf dem Programm. Die Schachfreunde der SG Eckturm I waren nominell die klaren Favoriten: Mit einem DWZ-Schnitt, der mehr als 200 Punkte über unserem lag (1567 vs. 1352), stand von vornherein fest, dass jeder Brettpunkt hart erkämpft werden muss. An sieben der acht Bretter waren unsere Gegner nominell teils deutlich besser besetzt. Aber wenn unsere Mannschaft in dieser Saison bisher eines gezeigt hat, dann, dass sie sich von einer solchen Herausforderung nicht abschrecken lässt, sondern sie annimmt. Und bislang gaben uns die Ergebnisse recht.
Es wurden intensive Kämpfe, in denen niemand einander etwas schenkte. Die erste Entscheidung fiel am siebten Brett: Myron verteidigte sich tapfer gegen seinen fast 400 DWZ stärkeren Gegner. Nach einigem Hin und Her gab sich dieser mit einem Remis zufrieden: 0,5:0,5 und damit kein schlechter Start in die Runde.
Währenddessen wurde es am zweiten Brett dramatisch. Christoph gab mit Weiß gegen die skandinavische Verteidigung frühzeitig einen Bauern. Nun war es an ihm zu zeigen, dass das ein valides Gambit und kein Einsteller war. Und tatsächlich gelang es ihm, die gewonnene Aktivität so in Druck auf die gegnerische Stellung umzumünzen, dass der Gegner ihm bald nicht mehr standhalten konnte und nach einer Ungenauigkeit große Probleme bekam. Nach einigen weiteren Zügen stand das Ergebnis fest und wir gingen in Führung. 1,5:0,5.
Auch Wilfried, der eingesprungen war, da wir mit Steffen einen starken Spieler an die dritte Mannschaft abgegeben hatten, konnte punkten und wurde damit seiner Favoritenrolle am letzten Brett gerecht. Zwar waren sich im Nachhinein sein Gegner und er einig, beiderseits nicht optimal gespielt zu haben, doch im Endergebnis konnte Wilfried seinen positionellen Vorteil souverän in einen ganzen Punkt umwandeln. 2,5:0,5.
Nach diesen anfänglichen Erfolgen wurde es nun aber wieder spannend. Nach langem Ringen musste sich Jakob leider seinem deutlich DWZ-stärkeren Gegner geschlagen geben. Er selbst war damit am unzufriedensten, ging der Verlust doch auf einen ärgerlichen Einsteller zurück. Auch Kolja konnte die Partie nicht so erfolgreich beenden, wie er es sich gewünscht hätte. Nachdem der Gegner anfangs noch auf ein schnelles Remis aus war, wurde die Stellung immer komplizierter. Selbst in der anschließenden gemeinsamen Analyse fiel es uns schwer, sie zweifelsfrei einzuschätzen. Nach einigen wohl etwas ungenauen Zügen begann die Stellung jedoch zu kippen und Weiß konnte Aktivitäts- und letztendlich Materialvorteil erlangen, was er zum vollen Punkt führte. Ein intensives Kräftemessen mit unglücklichem Ausgang. 2,5:2,5 – alles wieder offen.
Auch das erste Brett brachte keine Entscheidung. In einer sehr dynamischen Partie hatte Hans alle Hände voll zu tun, sich zu verteidigen. Souverän wehrte er alle Angriffe ab und erlangte sogar einen leichten Vorteil. Dieser ließ sich letztlich nicht zu einem Sieg führen, brachte uns aber eine wichtige Punkteteilung ein. 3:3.
Unser aller Augenmerk lag nun auf den verbleibenden beiden Brettern. Nikolas spielte gewohnt stark auf und konnte sich letztlich gegen seinen wiederum fast 400 DWZ stärkeren Gegner durchsetzen. Erneut eine großartige Leistung, die uns nun wieder in Führung brachte. 4:3.
Damit war bereits klar, dass wir die Runde nicht verlieren würden. Nun hing alles an Till. Würde es gelingen, unseren starken Gegnern einen Mannschaftssieg abzuringen? Und nach langem Kampf war tatsächlich klar, dass uns das gelingt: Am dritten Brett wurden die Hände zum Remis gereicht und damit war der Mannschaftssieg besiegelt. 4,5:3,5.
Mit einer erneut sehr starken Mannschaftsleistung haben wir gezeigt, dass wir nicht nur die Klasse halten können, sondern sogar weiter um den Aufstieg mitspielen können, auch wenn uns das in den verbleibenden Runden, in denen weitere starke Gegner auf uns warten, wieder alles abverlangen wird. Die bisherigen Erfolge waren keine reinen "Glückstreffer", sondern Ergebnis eines großen Kampfgeistes und der stetigen Verbesserung unserer Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler. Weiter so!